Heym hält

Heym hält

Mit einer nach Hartmut Brömels QuickLoad auf 10.000 bar Spitzengasdruck berechneten .30-06 wurde in folgendem Versuchsaufbau aus einer Heym SR30 Geradezugrepetierbüchse abgefeuert, anschließend die Überlastwirkung fotographiert. Der Verschluß hielt der Belastung zwar nicht unbeschädigt stand, der Verschluß flog dabei aber trotz der Überlast nicht nach hinten raus, bzw. dem Schützen ins Gesicht.

Versuchsaufbau. Die Waffe wird fernausgelöst, denn man weiß ja nie . . .

Au weia! Die Patrone ist bei dem Druck zerflossen. Vom Zündhütchen ist nichts mehr zu sehen!

Gleichwohl hielt der Verschluß zwar nicht mehr Maß, dem Druck aber ohne zu bersten oder zu öffnen stand.

Auch das Verschlußinnenleben zeigt sich nach der Überlast einigermaßen heil.

Nun gut. Auch Stahl gibt nach. Die hochgespannten Pulverschwaden fetzten den Auszieher zu Krümeln und rissen ihn mit durch die Entlastungsbohrung fort. Der Druck verbog die Kammer zwar, konnte sie jedoch nicht zerreisen oder öffnen.

Ursprünglich war die .30-06 Springfield – Patrone keine Gürtelhülse; nach der Vergewaltigung aber schon.

Wenn rohe Kräfte sinnlos walten . . .
Messing fließt ab etwa 6.000 bar, die hier deutlich sichtbar überschritten wurden.

Das Ding muß doch kaputt zu kriegen sein. Die Büchse hatte mit angepeilten 10.000 bar wohl noch nicht genug Druck auf dem Kessel um zu platzen. Pistolenpulver in der Büchsenpatrone wirkt Wunder. Also flugs mal den zu erreichenden Zieldruck auf 10.700 bar gesteigert und abgezogen . . .

Tja, ursprüngliche war das Zündhütchen nur nach innen gedrückt, aber nun wollte es wieder raus. Und diese Nebenluft, tz, tz, . . .

Verdammt noch mal. Das sieht ja wie ein billiges Mopedzeihkeilgetriebe aus!
Immerhin sind alle Teile noch an ihrem Platz. Bei versuchten 10.700 bar finde ich das gut!

Vom Auszieher kann ich hingegen an dessen vorgesehenem Platz in der Aussparung nichts mehr erkennen;
Hülsenreste vielleicht!

Ja, Schelm! Keine Patrone mehr da, aber noch Bodenstempelabdrücke!
Durch den Auszieherkanal floß der Überdruck ab und begrenzte somit den Spitzendruck.
Mein Gott, die Hülse vor dem Auszieherfenster als Überdruckventil. So eine billige Lösung!

Ja, da ist es wieder!
Das Loch in der Hülse, durch das der gefährlichste Druck abfloß,
ohne den Verschluß zu öffnen und hinten rauszuschleudern. Danke dafür!

Ein schönes Überdruck-abfließ-Hülsenloch vor dem Auszieherfenster, einfach Klasse!

Wiederlader aufgepaßt: DIE Hülse ist nun Schrott! Der Auszieher und seine Feder auch. Dass die Heym SR 30 10.700 bar erreichbaren Spitzengasdruck lediglich mit Hülsendurchbläser und Verformungen quittierte, statt zu öffnen und den Verschluß dem Schützen ins Gesicht zu schleudern, ist das eigentlich Bewundernswerte. Alle Achtung dem Konstrukteur Peter Fortner!

Quelle: lutzmoeller.net